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Kräuter damals – Kräuter heute

  • Autorenbild: Stefanie Doppler
    Stefanie Doppler
  • 11. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Altes Wissen wird wieder modern eingesetzt.



Die Zeitreise der Kräuter gestaltet sich spannend, im Laufe der Zeit haben sie sich von unverzichtbaren Heilpflanzen über fast in Vergessenheit geratenes „Unkraut“ zu dem was sie heute für uns sind entwickelt. Man geht davon aus, dass Kräuter schon immer zu Heilzwecken genutzt wurden.  


Timeline der Kräuterentwicklung



Damals

Früher waren Kräuter essenziell für die Heilung und in der Ernährung ein wichtiger Bestandteil. Das Kräuterwissen war in Klöstern und in der Volksmedizin fest verankert. Mit der Kraft der Natur wurden viele Krankheiten behandelt. Man musste sich hier auf Erfahrungen verlassen, welche  oft über Generationen weitergegeben wurden. Die gesammelten Pflanzen wurden damals schon getrocknet bzw. konserviert, um die Verfügbarkeit auch nach der Saison zu gewährleisten.

Von der Barockzeit bis heute verlor die Kräuterkunde immer mehr an Bedeutung und wurde als nicht exakte Wissenschaft angesehen. Bevor Wirkstoffe künstlich hergestellt wurden, waren Kräuter oft die Rohprodukte für Medizin. Durch den technischen Fortschritt und den Sozialstaat geriet das Kräuterwissen nach dem 2. Weltkrieg fast in Vergessenheit. Einzelpersonen und Institutionen versuchen bis heute das Wissen um Heilpflanzen wieder zu entdecken und zu erhalten.


Heute

Jetzt sind Kräuter wieder mehr im Trend. Der Hauptfokus liegt auf Genuss und Wohlbefinden, Gesundheitsvorsorge und Nahrungsergänzung aber auch in der Aromatherapie finden beispielweise die ätherischen Öle positiven Anklang. Wissenschaftliche Studien können Wirkungsweisen untersuchen und bestätigen. Immer mehr Kräuterpädagogen erwecken das alte Kräuterwissen wieder zum Leben und geben es beispielsweise in Workshops und Vorträgen weiter. Der Fokus liegt auf einfacher Anwendung und Rezepturen. Auch für Kinder gibt es ein breites Anwendungsgebiet, wodurch viele junge Leute das Interesse an der Kraft der Kräuter entdecken. Der Trend geht wieder hin zu mehr Natur, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Selbstversorgung.

 

Viele Kräuter, die schon im Mittelalter genutzt wurden, sind auch heute noch beliebte Heilpflanzen oder werden in der Küche verwendet. Eine breite Verwendungspalette weisen einige Kräuter vor – das ist ein riesiger Vorteil in der Nutzung, da man in einer Pflanze gleich viele wirksame Inhaltsstoffe finden kann. Zu den ältesten Heilpflanzen, welche noch heute Verwendung finden, zählen unter anderem Safran, Schafgarbe, Johanniskraut, Kamille, Salbei, Mönchspfeffer und Lavendel.



Schafgarbe



Was hat sich verändert und was ist geblieben?


Eine Gegenüberstellung zweier Pflanzen, welche bereits im Mittelalter verwendet wurden und noch heute angewendet werden.


Kamille


Die Kamille ist ein Alleskönner, der uns bereits seit der Altsteinzeit bekannt ist. Die grundlegenden Einsatzgebiete haben sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Medizinische Studien belegen mittlerweile einige Wirkungsweisen der Kamille.

Verwendung im Mittelalter fand sie aufgrund der einfachen Herstellung in Tee, Bädern und Umschlägen. Diese Verwendungsformen blieben uns bis heute erhalten und werden ergänzt durch Anwendungen in der Kosmetik wie Salben und Cremes. Als Dampfbad, Ölauszug zur Einreibung und in Tinkturen kann die Kamille auch ihre Kraft entfalten.

Die Heilwirkung erstreckt sich von entzündungshemmend, wundheilend und entkrampfend bis hin zu beruhigend. Weiters ist sie eine Einschleuserpflanze für Magnesium.

Das ätherische Kamillenöl wirkt direkt bei Entzündungen im Mund und als Gurgelmittel.



Schafgarbe


Die Schafgarbe und ihre Anwendung reicht bis in die Antike zurück. Während sie im Mittelalter zu einer wichtigen Heilpflanze zählte, wird sie heute eher ergänzend verwendet. Sie spielt aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Daten nicht mehr die Hauptrolle in vielen Rezepturen, einige Anwendungen sind uns aber bis heute erhalten geblieben.

Im Mittelalter wurde sie zur Wundheilung, Verdauungsförderung und in der Frauenheilkunde angewendet. Tees, Bäder und Umschläge waren auch hier beliebte, einfache Anwendungsformen. Heute kann sie viel mehr, zum Beispiel in der Küche – hast du schon einmal Grillspieße aus Schafgarbenblütenständen gemacht? Die Blätter eignen sich als Salatbeigabe oder in Suppen und Saucen, aus den Blüten entsteht ein wunderbarer Schafgarbensirup. Heilend angewendet wird die Schafgarbe als Salbe (Hämorrhoiden), Tinktur, Bad, Gesichtsdampfbad (Akne) und Inhalation (Nebenhöhlenentzündung) sowie in Cremes. Weiters ist sie eine Einschleuserpflanze für Natrium.

Die Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, entkrampfend, verdauungsfördernd, harntreibend und menstruationsregelnd.

Das ätherische Schafgarbenöl wirkt bei hormonellen Störungen wie solchen im Wechsel, hautpflegend und wundheilend.



Mittelalterlicher Magentee


Da die Schafgarbe und die Kamille bereits im Mittelalter beliebte Heilpflanzen waren, wurde mit ihnen ein magenberuhigender und entkrampfender Tee hergestellt. Kräutertee generell zählt wohl zu einem der ältesten Getränke.

1TL Schafgarbe und 1TL Kamille (oder je ½ TL getrocknet) mit 250ml heißem Wasser übergießen und zugedeckt 5-10min ziehen lassen.





"Stefanie erzähl!"


Vorträge:

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0677/64365347 | hallo@diestefanie.at





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Literatur-Empfehlungen & Quellenverzeichnis:
Das große Buch der Hildegard von Bingen
Die Kräuter in meinem Garten – Siegrid Hirsch – 2024
Grüne Apotheke – Dr. Jörg Grünwald / Christof Jänicke – 2011 






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