Wertvoller Wald
- Stefanie Doppler

- 6. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Was dir Wald und Bäume schenken können.
Der Wald hat mit seinem vielfältigen Pflanzenreichtum einiges zu bieten. Neben Pilzen, Kräutern, Früchten und Nüssen kannst du von den unterschiedlichsten Bäumen enorm viel Wertvolles verwenden – Knospen, Rinde, Blätter, Blüten sowie Nadeln, Zapfen und sogar Harze.Doch auch Duft, Energie und die gesamte Umgebung geben uns so viel mehr als wir mit den Augen sehen können. Ein Waldspaziergang wirkt wahre Wunder. Er wirkt sich positiv auf Immunsystem, Stresslevel, Herz-Kreislauf-System und Wohlbefinden aus. Du fühlst dich nach einer kleinen Runde in der Natur ausgeglichener und produktiver – der perfekte Pausenfüller, wenn du mal etwas Zeit zwischendurch benötigst.

die Stefanie im Wald
Buche – die Mutter des Waldes
Den Blick beim Waldspaziergang zu senken lohnt sich, denn Buchenkeimlinge kannst du ab April am Waldboden finden, sie sind roh genießbar und schmecken leicht nussig-aromatisch. Ein knackiger Salat aus den Keimblättern oder ein Butterbrot mit Buchenkeimlingen anstatt der üblichen Kresse ist ein Geschmackserlebnis. Auch die jungen Blätter kannst du roh genießen, beispielsweise in Aufstrichen oder Salaten – sie sollen auch entzündungshemmend wirken.
Birke – die Schöne
Sie gilt als eine der ersten, welche du dir im Frühjahr zunutze machen kannst. Junge Blätter, Kätzchen und Knospen haben entgiftende und entwässernde Wirkungsweisen. Die jungen Blätter und Knospen genießt du frisch auf einem Butterbrot oder im Salat. Auch die Kätzchen können frisch verwendet werden, etwa geröstet als Zutat im Müsli.
Fichte – die Energievolle
Der typische Forstbaum mit ihren spitzen Nadeln ist häufig in unseren Wäldern zu finden. Viele kennen den klassischen Wipferlsirup, die Fichte kann aber noch so einiges mehr. Die Nadeln der Fichte können auch als Tee getrunken werden, sowohl die Wipferl als auch die „erwachsenen“ Nadeln sind wirkungsvoll aufgrund des enthaltenen Vitamins C und der ätherischen Öle. Die Wipferl können auch gerne direkt beim Spazierengehen als Vitaminkick zwischendurch genascht werden.
Tanne – die Starke
Mit ihren stumpfen Nadeln ist sie der klassische Christbaum, hat aber auch naturheilkundlich einiges zu bieten. Was die Fichte kann, kann auch die Tanne – daher gerne die Verwendung mit der Fichte gleichsetzen.
Beim Sammeln im Wald bitte unbedingt sorgsam mit den Pflanzen umgehen und nie mehr sammeln als du selbst verwenden kannst. Was du allerdings immer mitnehmen sollst, ist Müll – der hat in der Natur nichts zu suchen und wenn du ihn aufhebst und korrekt entsorgst, wirkt sich das positiv auf unser Ökosystem und auf dich selbst aus.

Wald-Inhalationssalz
Nützliches, das du aus Bäumen herstellen kannst.
Tee aus Birkenblättern wirkt reinigend, entzündungshemmend und harntreibend – ideal als Frühjahrskuraus Birkenknospen wirkt schweißtreibend und hustenlinderndaus Buchenblättern hilft bei Erkältungskrankheitenaus Fichten- und Tannennadeln hilft bei Erkältungskrankheiten, Husten und Frühjahrsmüdigkeit
Bad (starker Tee als Badewasserzusatz)aus Fichten- und Tannennadeln bei Gelenks- und Muskelschmerzenaus Birkenblättern bei Hautunreinheiten und Entzündungen, als Fußbad bei Schweißfüßen
Tinktur aus Birkenknospen wirkt bei Erkältungskrankheiten und Husten, frische Pflanzen im Verhältnis 1:2, (getrocknete 1:4) mit Alkohol übergießen, 4 Wochen täglich schütteln, abseihen
Wald-Inhalationssalz
befeuchtend – keimtötend – entzündungshemmend 100g Salz mit 10 EL kleingeschnittenen Tannen- und Fichtennadeln mischen, 5 Tropfen ätherisches Öl (Tanne, Fichte) in ein Glas tropfen und den Rand damit benetzen, die Salzmischung einfüllen und gut durchmischen.Zur Anwendung einen Esslöffel mit heißem Wasser übergießen und wie gewohnt inhalieren.
Wald-Raumspray
Hol dir den Wald nach Hause!Wenn du schon länger mitliest, kennst du schon mein Raumspray-Rezept. Dieses lässt sich wunderbar mit den Schätzen des Waldes aufbessern. Und zwar nimmst du nicht puren Alkohol, sondern bereitest zuvor einen duftenden Auszug aus Nadeln, Blättern, Zapfen und Zweigen zu und verwendest diesen gemeinsam mit ätherischen Ölen. Ein Glas zu 2/3 mit Waldfundstücken füllen und mit 80-prozentigem Alkohol aufgießen, nach 3-4 Wochen abseihen. Rezept 30 ml Fläschchen: 1 Teil Alkoholauszug, 2 Teile destilliertes Wasser, 15-20 Tropfen ätherische Öle nach Wahl (Tanne, Fichte, Kiefer, …) Zuerst die Öle in den Alkohol träufeln und dann mit dem Wasser auffüllen.
Wald-Oxymel
Meine liebste Art, die Natur haltbar zu machen, ist Oxymel, auch Sauerhonig genannt.Mische 3 Teile Honig und 1 Teil Essig, bis sich der Honig gelöst hat. (Diese Mischung kann je nach Geschmack natürlich auch verändert werden.) Fülle 1/3 eines Schraubglases mit zerkleinertem Pflanzenmaterial wie Nadeln, Blättern, Knospen und gieße es mit der Honig-Essig Mischung auf. 4 Wochen ziehen lassen und dabei täglich schütteln, um die Geschmacks- und Wirkstoffe gut zu lösen. Abseihen und in saubere Flaschen füllen. Das Oxymel kann wie ein Dicksaft verwendet werden, oder du nimmst einen Esslöffel täglich pur zur Stärkung und Darmanregung auf nüchternen Magen. Geheimtipp: Schmeckt auch hervorragend als Salatdressing!

"Stefanie erzähl!"
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Literatur-Empfehlungen & Quellenverzeichnis:
Spür den Wald – Gerda Holzmann – 2020
Aromatischer Wald – Doris Kern – 2020
Landapotheke – 1-3 2024




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